DaZ – Deutsch als Zweitsprache

Das DaZ-Zentrum der TSS in Bad Oldesloe

Mit der Entstehung eines DaZ-Zentrums an der TSS –DaZ steht als Kurzform für Deutsch als Zweitsprache–wurde vor zehn Jahren der Grundstein für eine konzeptionelle Neuorientierung in der Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen ohne deutsche Herkunftssprache gelegt, die mehr Chancengleichheit ermöglichen soll.

Das DaZ-Zentrum an der TSS ist ein Bildungsangebot für Jugendliche aller Herkunftsländer im Alter von 10 bis 16 Jahren ohne bzw. mit geringen Deutschkenntnissen, die nach schleswigholsteinischem Recht der allgemeinen Schulpflicht unterliegen. Die Schüler und Schülerinnen des DaZ-Zentrums besuchen in der Regel für ein Jahr die Basisstufe, die nur im DaZ-Zentrum stattfindet.

Lehrkräfte des DaZ-Zentrums informieren die Eltern der Schüler und Schülerinnen über den Wechsel aus der Basisstufe in die Aufbaustufe, die vom DaZ-Zentrum mit weiteren Stunden zur Vertiefung der Alltags-und Bildungssprache unterstützt wird.

Die Basisstufe

Hier werden im Vollzeitunterricht an 5 Tagen in der Woche in fünf Unterrichtsstunden täglich die Grundlagen für ein erfolgreiches Sprachhandeln gelegt.

Es werden täglich mehrere Stunden Deutsch als Zweitsprache unterrichtet, die die Grundlage für einen geregelten Spracherwerb sind. Das Allgemeinwissen der Schüler wird in Bezug auf das Fach Mathematik, Englisch und Landeskunde ergänzt. Zusätzlich werden wöchentlich zwei Stunden Sport und zwei Stunden Kunst unterrichtet.

Die Schülerinnen und Schüler der Basisstufe weichen sowohl im Alter als auch von den Lernvoraussetzungen stark voneinander ab.
Zudem kommen die Schüler im laufenden Schuljahr abhängig vom Zuzug nach Deutschland in den Kurs. Im Schuljahr 2018/19 gibt es einen Kurs in der Basisstufe. Hier werden jüngere und ältere Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet. Der Kurs hat eine Kurslehrerin und einen Kurslehrer, die den Unterricht erteilen.

Eine Förderschullehrkraft unterstützt die Schüler und Schülerinnen mit Alphabetisierungsbedarf.

Gemeinsam wird entschieden, wann die einzelnen Schüler und Schülerinnen die Regelklassen wechseln können. In der Regel wird dieser Wechsel nach ungefähr12 Monaten vorgenommen.
Die Schüler und Schülerinnen erhalten halbjährlich ein Zeugnis in Form eines Lernberichtes, der sowohl den Schülern und ihren Eltern als auch der Schülerakte und somit den Klassenlehrkräften der aufnehmenden Klassen übergeben wird. In diesen Lernberichten wird das Lern-und Sozialverhalten berücksichtigt sowie beschrieben, in welchem Umfang die deutsche Sprache in ihren verschiedenen Bereichen beherrscht wird. Diese Sprachstandserfassung ist keine Benotung oder Zeugniserteilung.

Die Aufbaustufe

Schülerinnen und Schüler der Aufbaustufe sind vollständig in eine Regelklasse integriert, die altersgemäß zu ihnen passt. Sie erhalten zusätzlichen DaZ-Unterricht in einem B-Kurs, wie die Kurse der Aufbaustufe bei uns genannt werden. Diese Kurse liegen in der Regel außerhalb des Regelunterrichtes.
Im ersten Schulbesuchsjahr nach dem Wechsel in die Regelklasse sollten die Schülerinnen und Schüler nur in einzelnen Fächern eine Leistungsbeurteilung erhalten (Notenschutz). Eine Beurteilung in Form von Noten erfolgt zuerst in den Fächern, in denen die Noten auf dem Niveau des Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss ausreichend und besser sind. Wenn die Schüler/innen drei Jahre eine deutsche Schule besucht haben, erlischt dieser Notenschutz. Die Schülerinnen und Schüler erhalten zusätzlich zum Zeugnis der Klasse eine Beurteilung von den DaZ-Lehrkräften, die sie im B-Kurs unterrichten. Um den Anforderungen in der Zweitsprache, die durch die unterschiedlichen Fachsprachen in den Unterrichtsfächern an die Schüler gestellt werden, gerecht werden zu können, werden die Schüler je nach individuellem Förderbedarf und Jahrgangszugehörigkeit in kleinen Gruppen in einem B-Kurs unterrichtet.

Im zweiten Schulbesuchsjahr nach dem Wechsel in eine Regelklasse erhalten die Schüler und Schülerinnen meistens schon eine Anzahl von regulären Benotungen in den Fächern, benötigen aber weiterhin Unterstützung bei der Anfertigung von Hausaufgaben und bei der Vorbereitung auf Klassenarbeiten. Auch hier steht der individuelle Förderbedarf im Vordergrund, auf den in einem B-Kurs eingegangen wird.

Sprachförderung durch Durchgängige Sprachförderung

In den Folgejahren nach dem Wechsel in eine Regelklasse soll im Rahmen des Unterrichtes im regulären Klassenverband die Sprachförderung durch die Fachlehrerinnen und Fachlehrer der Regelklassen erfolgen. Diese Arbeit kann ggf. durch Kurse außerhalb des Regelunterrichtes unterstützt werden.

Unter besonderen Umständen können Phasen verlängert oder verkürzt werden bzw. Niveaus auch übersprungen werden.

M. Naumann, Beauftragter des DaZ-Zentrums Stand: Februar 2019